Mein neues JA (2): Das Januar-Experiment

Feb 19, 2018 | Coaching, Erfolg, Kreativität, Wege

Das Januar-Experiment: Mein Weg auf ein neues Level

Vorige Woche habe ich diesen Blog eingeweiht. Mit einem Blick hinter die Wegbereit-Kulissen:

Ich habe davon berichtet, was ich bisher bewegen konnte und wie dankbar ich dafür bin. Und auch davon, welche Herausforderungen dieser Weg mit sich gebracht hat.

Die Details kannst Du hier in Teil 1 nachlesen. Heute geht es um das Januar-Experiment – um meinen Weg auf ein vollkommen neues Level.

Ich bin gespannt, welche Inspiration Du daraus für Deinen eigenen Weg ziehen kannst.

Schreib mir gern, ob und wenn ja wie Dir die folgenden Strategien weiterhelfen!

Einsicht als erster Schritt zur Besserung

„Mensch, wie machst Du das bloß?“ – die Frage habe ich in meinem Leben häufiger gehört. Und zugegeben: Ich habe die Anerkennung genossen, die darin mitschwingt.

Warum mir das gefällt? Weil Wirksamkeit ein zentraler Wert für mich ist. Es macht mir Freude, gute Projekte auf die Beine zu stellen.

Und es macht mir Freude, wenn das auch wahrgenommen wird. Vor allem, wenn die Rückmeldung von denjenigen kommt, für die das Projekt etwas bewirken sollte.

Wenn ich mir die Frage ernsthaft selbst gestellt hätte, wäre die Antwort allerdings gar nicht so schmeichelhaft gewesen.

Denn mein Erfolg in Projekten ging lange Jahre auf Kosten meiner Gesundheit, meiner Beziehungen, meiner Finanzen.

Wirklich verstanden habe ich das erst in einer persönlichen Krise. Sehr schmerzhaft und gleichzeitig sehr lehrreich.

Seitdem achte ich immer bewusster darauf, ob meine Balance aus Projekterfolg und Selbstfürsorge gerade stimmt oder nicht.

Und ab ungefähr Mitte 2017 stimmte sie nicht mehr.

Schritte zur Veränderung

Im ersten Teil dieses Artikels habe ich Dir eine Doppelstrategie gezeigt, wie Du mit solchen Erkenntnissen umgehen kannst:

  • Einerseits sofort gegensteuern und dafür mindestens den kleinstmöglichen Schritt gehen
  • Andererseits Zeit blocken, in der Du Dich dann um eine nachhaltige Lösung kümmerst

Mir war klar: Tiefere Veränderung klappt frühestens im Dezember 2017.

Für den Rest des Jahres hatte ich schon Termine und Zusagen gegeben. Und der Leidensdruck war nicht so groß, dass ich sie hätte absagen wollen.

Also habe ich mich auf kleine Schritte konzentriert, so gut es neben der Projektarbeit ging.

Auf Impulse, die vielleicht keine grundlegende Veränderung bringen würden, aber schon mal Erleichterung.

Planen, ausprobieren, lernen

Zum Beispiel habe ich damit experimentiert, drei Minuten täglich zu meditieren.

Dabei habe ich gelernt,

  • dass drei Minuten auch am vollsten Tag immer drin sind
  • dass es mir damit wirklich bessergeht, als wenn ich es nicht mache
  • dass es mich motiviert, diesen „Fortschritt“ auf einem Zettel abzuhaken.

Ich habe auch für eine ganze Weile auf Kuchen und Schokolade verzichtet. Und mir dafür erlaubt, meine Weiterbildungs-Webinare in der Badewanne zu schauen – definitiv eine gesündere Form der Entspannung.

Was wir alleine nicht schaffen …

Und ich habe einen Coach engagiert (ja, auch Coaches machen das – gerade weil wir wissen, wie wirksam das ist).

Um gemeinsam vorzubereiten, worum ich mich im Dezember kümmern wollte:

Mehr Routine in mein Leben zu bringen und in jeder Woche feste Zeiten für meine Selbstfürsorge zu schaffen.

Das klingt so einfach und logisch. Aber ich hatte große Widerstände dagegen. Als Kreativer mag ich es bunt und frei. „Routine“ klang irgendwie nach Gefängnis.

Im Coaching ist mir bewusster geworden, dass systematische Selbstfürsorge mich viel freier macht als mein voriger, eher abenteuerlicher Lebensstil.

Und auch, dass es durchaus ein Abenteuer sein kann, mich meinen Widerständen zu stellen und eine neue Routine einzuführen.

Der Monat der Wahrheit

Dann kam der Dezember. Endlich weniger Termine. Dafür viele Dinge, die in einem intensiven Jahr liegen geblieben waren.

Sie abzuarbeiten war in gewisser Weise reinigend:

Selbst entscheiden, was in welcher Reihenfolge drankommt. Und dabei spüren, wie der ganze Druck allmählich entweicht.

Und dann (endlich!) der Frage Zeit widmen: Wie soll es denn nun konkret weitergehen?

Mit einem Begriff, den mein Coach dafür gefunden hat: Wie soll mein „Abenteuer 2.0“ konkret aussehen?

Wie gehst Du solche großen Fragen an?

Ich schaffe ich mir dafür gerne erst einmal einen kreativen Rahmen:

Wenn ich mich schon mit Routine beschäftigen soll, dann doch bitte in einem Künstlercafé, mit Block und Stift, Hafermilchkaffee und einem Stück Apfelkuchen.

Dort habe ich Ende Dezember einen Wochenplan skizziert, der alles enthält, was mir wichtig ist:

Im Privaten: Zeit für Beziehung, Freunde und Familie. Für Sport, Entspannung und Klavierspiel. Für kochen und essen, Haushalt, Einkäufe und Kleinkram.

Im Beruflichen: Zeit für Coachings und Projekte. Für Unternehmensentwicklung und Buchhaltung. Für Zeitplanung und Selbstorganisation.

Und nicht zuletzt: Zeit für diesen Blog.

Wunsch, Wirklichkeit, Wochenplan

Mal ehrlich, wie viele solche Wochenpläne hast Du schon geschrieben?

Für mich war es definitiv nicht der erste. Und doch war dieser irgendwie anders:

Ich habe nicht nur Wünsche aufgeschrieben, sondern intensiv mit mir selbst verhandelt.

Es war ein bisschen wie Tetris-Spielen: Alles solange drehen und wenden und Kompromisse finden, bis es wirklich passt.

Am Ende war ich ganz zufrieden. Und trotzdem besorgt: Schaffe ich das?

Einerseits wollte ich, dass es wirklich, wirklich klappt.

Andererseits wollte ich mich auch nicht endgültig festlegen – „nicht darauf festnageln lassen“ wäre wohl die Formulierung, die der skeptische, freigeistige Teil in mir gewählt hätte.

Auch zwischen diesen beiden Positionen habe ich noch mal verhandelt. Und dabei einen weiteren Kompromiss gefunden:

Ich teste das jetzt erstmal. Und zwar nicht nur eine Woche, sondern einen ganzen Monat lang.

Das Januar-Experiment

Vielleicht kennst Du die Theorien, wie lange es braucht bis aus einer ungewohnten Veränderung eine neue Gewohnheit wird: 21 Tage, vier Wochen, 100 Tage …

Die Experten sind sich nicht einig. Ich habe oft selbst die Erfahrung gemacht, dass eine Veränderung sich auch einfach von jetzt auf gleich einstellen kann.

Für den Start ins „Abenteuer 2.0“ rechnete ich allerdings mit Widerständen. Insbesondere, weil ich auch meinen Schlafrhythmus umstellen wollte:

Früher aufstehen, um mit einer Morgenroutine bewusst Energie für den Tag zu schaffen.

Das fühlte sich gut und sinnvoll an. Und dennoch hatte ich einen Heidenrespekt davor. Die vier Wochen im Januar schienen mir deshalb genau richtig zum experimentieren:

In der ersten Woche hatte ich noch keine Termine, würde mich also ohne äußeren Druck voll auf die neue Struktur konzentrieren können.

Danach käme der Test unter Echtbedingungen. Denn um meinen Dezember weitgehend von Terminen zu befreien hatte ich einiges in den Januar geschoben.

Und der Januar ist generell ein arbeitsreicher Monat für Coaches, weil viele Menschen mit guten Vorsätzen aus der Weihnachtspause kommen und Unterstützung suchen.

Mein Kalkül: Wenn ich es unter Volllast schaffe, die neue Struktur zu halten, müsste es auch längerfristig klappen.

Das Gelingen bedingen

Klar war mir auch, dass ich nicht einfach drauf los experimentieren wollte. Nicht „schauen ob es klappt“ – sondern „dafür sorgen, dass es klappt“.

Die Frage war: Wie kann ich meinen Erfolg absichern – wie mache ich den neuen Plan für mich so verbindlich wie möglich?

Vier Strategien für Verbindlichkeit:

  1. Ich habe mein engstes Umfeld darüber informiert, was ich mit dem Januar-Experiment verändern will und welchen Weg ich dafür gehe. Um für Verständnis zu sorgen, dass ich in dieser Zeit voll fokussiert bin und mich anders verhalte als bisher gewohnt
  2. Ich habe bewusst entschieden, was ich loslasse, damit die neue Struktur greifen kann. Zum Beispiel habe ich das Streaming-Abo abbestellt und verbringe deutlich weniger Zeit auf Facebook
  3. Ich habe mir gezielt ein Tool gesucht, um die Veränderung messbar zu machen: In der Momentum-App kann ich täglich die Teile meiner Routine grün markieren, die ich eingehalten habe (und die anderen rot)
  4. Ich habe mir erlaubt, noch im Januar den Plan anzupassen. Um flexibel zu bleiben, statt meine Energie stur auf Ideen zu verwenden, die nicht wie geplant funktionieren

Was ich gelernt habe – im Außen …

In Nachrichten zu Jahresbeginn wünsche ich schon seit langem ein „schönes neues JA“. Weil das Wortspiel für ein Lächeln sorgt. Und weil die Dinge mit einem inneren JA definitiv besser gelingen.

Dieses klare JA hatte ich für mein Januar-Experiment. Und trotzdem hätte ich die Chancen höchstens auf 60:40 geschätzt.

Es war tatsächlich ein Abenteuer – ein Wagnis, das auch hätte schiefgehen können.

Ich hatte mit größeren Rückschlägen schon in den ersten Tagen gerechnet, mit Widerständen und Kämpfen.

Aber dann lief es. Viel, viel besser als befürchtet. Angst ist wirklich kein guter Ratgeber.

Dass es diesen Blog nun gibt, ist ein erstes ganz konkretes Ergebnis des Januar-Experiments im Außen. Ich hatte „plötzlich“ Zeit und Energie dafür.

Ebenso wie für vieles andere, das in den ersten Wochen des Jahres zu tun war.

… und im Innern

Fast wichtiger ist mir, dass mein inneres JA eine völlig neue Qualität gewonnen hat:

Ich war immer in ganz gutem Kontakt damit, auch in Krisenzeiten ist es mir nie länger abhandengekommen.

Aber jetzt weiß ich, was ich vorher nur gehofft hatte: Mein JA wächst, wenn ich Dinge mache, die mir guttun.

Ich bin zufriedener und habe mehr Kraft auch für Aufgaben, die nicht ganz so viel Freude machen. Weil ich meine Freude regelmäßig wieder auffülle.

Die Routine, gegen die ich solche Widerstände hatte, hat sich also im Januar-Experiment bewährt.

Sie ist vom Angstgegner zum Hilfsmittel meiner Selbstfürsorge geworden. Und hat sich auch als hilfreich erwiesen, als dann doch ein Rückschlag kam:

RETURN OF THE SCHWEINEHUND

Am 26.1. hatte ich nach einem späten Termin am Vorabend schlecht geschlafen.

Prompt habe ich mein Morgenritual ausfallen lassen und mich auch an den Rest des Schemas nicht mehr gehalten.

Der innere Schweinehund war zurück. Und damit die Sorge: Würde das Januar-Experiment jetzt doch noch scheitern?

Ganz im Gegenteil. Gerade im Kontrast zu den sehr erfüllenden Tagen zuvor habe deutlich gespürt: Ohne den morgendlichen Energieschub geht es mir einfach schlechter.

Zwei Tage später bin ich dann ohne großes Aufhebens wieder in den Rhythmus eingestiegen.

Fortschritt statt Perfektion

Ich bin also nicht perfekt. Und mein System ist es auch nicht – ich habe mehrfach nachjustiert und werde es weiter tun. Und sicher hin und wieder hier davon berichten.

Trotzdem bin ich sehr froh, dass ich das Januar-Experiment gewagt habe. Weil es Früchte trägt – für mich, und vielleicht ja auch für Dich, wenn Dich das hier inspiriert.

Es war mir ein Bedürfnis, meinen Blog damit zu eröffnen. Weil es ihn ohne das Januar-Experiment gar nicht gäbe. Und weil ich meinen eigenen Weg durch diese Herausforderung ähnlich angegangen bin, wie ich auch mit Klient*innen arbeite:

Schritt für Schritt, von der Bewusstwerdung über die Planung zum Ausprobieren, Nachjustieren und Festigen des Erreichten.

Natürlich habe ich auch überlegt: Ist es schlau, als Coach, der sich mit Erfolg befasst, von eigenen Schwierigkeiten und Misserfolgen zu berichten?

Ganz klar: Mein inneres JA sagt ja dazu.

Weil mir im Coaching Authentizität wichtiger ist als Fassade, Inspiration wichtiger als Idealisierung, Fortschritt wichtiger als Perfektion.

Was davon funktioniert für Dich?

So schreibe ich also von meinen Themen und Erfahrungen.

Und möchte Dich ermutigen, Deine eigenen Erfahrungen mit Deinen Themen zu machen. Zur Reflexion:

  • Wie bewusst teilst Du Deine Zeit ein?
  • Wie führst Du Dir Energie zu, wie raubst Du sie Dir vielleicht auch?
  • Möchtest Du daran etwas ändern – wenn ja, was? Und wofür?
  • Welche Widerstände hast Du dagegen?
  • Welche Ressourcen könntest Du nutzen, um trotz dieser Widerstände Erfolg zu kreieren?

Nutze diese Fragen gern zum Selbstcoaching. Und wenn Du damit weiter kommen möchtest als Du alleine kommst, lass uns gemeinsam daran arbeiten!

Ich wünsche Dir ein kraftvolles inneres JA und viele gute Wege
– Dein Christian Einsiedel👣

Fotos: Christian Einsiedel + Jon Tyson & Patrick Tomasso / Unsplash

Christian Einsiedel

Creative Business Coach

Ich unterstütze kreative Unternehmer*innen dabei, ihre Herzens-Wünsche erfolgreich auf die Welt zu bringen.

Hier erfährst Du mehr über meinen Weg. Wenn Du mit mir arbeiten willst: Auf geht's!

 

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